Eisklettern Grünsee

Gläserne Madonna W3-W5
Eisfreundschaft W4
Man könnte auch den Titel vom letzten Jahr nehmen "Viel Eis, wenig Schnee". Das dürfte momentan ein Wintercredo sein. Das Leid der Skitourengeher, die sich mit Altschneedecken herumärgern müssen, ist das Glück der Eiskletterer, wobei natürlich auch hier der Klimawandel schon seine starken Spuren zeigt.
Während Eisklettern in meiner Heimatregion NÖ eigentlich schon fast ganz Geschichte ist, hat es uns diesmal in das Stubachtal (S) verschlagen. Dort gibt es beim Grünsee auf 1900m eine große Ansammlung von Eisfällen. Da sich mein aktuelles Eiskletterkönnen nur auf maximal W4 beschränkt, war ich auf meinen starken Partner Matthias angewiesen, der mittlerweile schon einen ganzen Grad stärker vorsteigen kann. Somit war der Plan auch klar. Ich übernehme eher die leichten Seillängen und er die Schwereren. Im Falle der Gläsernen Madonna waren gleich mal die ersten 100m des Eisfalles mit W5 bewertet und sehr kräfteraubend. Matthias meisterte die Seillängen aber tadellos und punktete diesen schönen Eisfall. Ich schnaufte schon ordentlich im Nachstieg, aber den Titel des "Belay Bunny" hatte ich mir redlich verdient. Auch am zweiten Tag konnten wir die Tour Eisfreundschaft punkten. Nur der letzte Fall Eiswalzer wollte leider nicht gelingen. Während die erste W3 Seillänge noch easy war, war die zweite SL mit W5 voller sprödem Eis und sehr viel Bruch. Das herumgehacke im nicht kompakten Eis kostete sehr viel Kraft und auch die Eisschrauben-Placements mussten gut gewählt werden. Wir entschieden uns dann sinnvollerweise für einen Abbruch, da die Mittelstelle überall die gleich schlechte Eisqualität aufwies. Nach einem flotten Abseiler, ging es hinunter zur Jausenstation, wo man sich bei einem Gröstl gut aufwärmen konnte.