Wilder Kaiser

15.08.2025

Fleischbank 2186m,  Via Classic, 5, 630m (ca. 9h)

Totenkirchl 2290m,   Kirchlexpress, 6, 750m (ca.12,5h)


Meine ersten zwei Tage am Wilden Kaiser und gleich die zwei Klassiktouren gepunktet.  Ein tolles Erlebnis.

Wir stiegen von der Gießner Alm nur eine Stunde auf und ließen die großen Rucksäcke beim Einstieg liegen. Weiter ging es mit kleinem Gepäck und vertikaler Kletterei in die Einstiegsplatten der Via Classic. Die Seillängen sind wirklich wunderschön mit festem Gestein. Die Crux der Tour ist sicherlich die große Rampe in der Mitte, wo man in 2-3 Seillängen an Rissen im 5 Grad klettern muss. Die Schönheit dieser Felsformationen erschloss uns sich erst am zweiten Tag, wo wir die Stellen aus der Ferne beobachteten. Wir waren flott unterwegs und ca nach 5h schon wieder am Ausstieg. Dort folgt man noch dem Nordgrat der etwas Orientierung verlangt und gegen Schluss nocheinmal bis in den 2en Grad ansteigt, den wir trotzdem seilfrei gingen. Die Via Classica ist eine super schattige Sommertour und erst am Nordgrat bzw. im Abstieg muss man die Hitze erdulden. 
Nach ca. 9h kamen wir müde an der Stripsenjochhütte an. Eine Hütte die scheinbar mit Nebengebäude mehr als 150 Personen beherbergen kann. Während wir in der ganzen Kletterei keine Menschenseele getroffen hatte (Traumtag), herrschte auf der Hütte dichtes Gedränge. Die Terasse war voll mit Kinz und Kunz vornehmlich aus dem Wanderbereich. Gottseidank fanden wir in der letzten Ecke (ohne Bergsicht) noch einen freien Sitzplatz.


Am nächsten Tag waren wir in der Früh wieder körperlich gut erholt und stiegen in die Tour Kirchlexpress ein. Während die ersten 6 Seillängen komplett im Schatten waren, mussten wir die sechs darauffolgenden Schlüsselstellen im 5 und 6 Grad in der Gluthitze klettern. Kleiner Tipp am Rande - wenn man gegen 8 Uhr in die Route einsteigt, hat man wahrscheinlich in den Schlüsselseillängen auch Schatten. Wir waren leider 2h zu früh dran. Mit starkem Willen wechselten wir uns in den schweren Seillängen ab. Die Schlüsselseillänge im 6 Grad war mit A0 beschrieben und hatte ca. 3m Hakenabstände. Kann sich jeder selber ein Bild machen. Ab dem Heroldweg sind die Schwierigkeiten einfach und am Gipfelplateau sollte man nocheinmal das Seil verwenden, was wir aber schon unten am Abstiegsweg deponiert hatten. Der Gipfelaufschwung ist nocheinmal 30-40m im 2-3 Grad und etwas abschüssig, was wir seilfrei kletterten. Der lange Abstieg wird über den Heroldweg mit abklettern und vielfachem Abseilen mit 30 und 60m gemeistert. Hier sollte man nochmal volle Konzentration walten lassen und man ist ebenfalls wieder in der Sonne unterwegs. Aber wie hat der Hans Kammerlander so schön formuliert: "Ein Berg gehört dir erst, wenn du wieder unten bist. Vorher gehörst du ihm."


@ 2021 MEd. Mag. Gabriel Alexander 
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